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SPD stellt Antrag auf Befragung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Dorum und will dazu Sondersitzung des Kreistages im April

Henry Kowalewski
14. März 2010 2 Kommentare

Die SPD-Kreistagsfraktion will eine Elternbefragung zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) am Standort Dorum und hat jetzt einen entsprechenden Antrag in den Kreistag gebracht. Zudem soll der Kreistag zu einer Sondersitzung im April zusammenkommen, um diese Befragung auf den Weg zu bringen. Diese soll noch vor den Sommerferien durchgeführt werden. Ziel ist es, zum Schuljahr 2011/2012 eine IGS einzurichten.

Der SPD-Antrag skizziert genau das weitere Verfahren, so wie es zu einer Einrichtung einer IGS gesetzlich notwendig ist. So soll die Verwaltung des Landkreises Cuxhaven beauftragt, werden, eine Befragung zur Ermittlung des Interesses der Erziehungsberechtigten (§ 106 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 NSchG n.F.) an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) am Standort Dorum vorzubereiten und durchzuführen. Die Befragung soll mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt werden. Der Fragebogen soll sich an in Niedersachsen bereits durchgeführte Befragungen zur Einrichtung einer IGS orientieren und zwischen Kreisverwaltung und Landesschulbehörde abgestimmt werden.

Befragt werden sollen die Erziehungsberechtigten der Kinder im letzten Kindergartenjahr sowie die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Klassen in der Samtgemeinde Land Wursten, der Stadt Langen, der Gemeinde Nordholz und in der Noch-Samtgemeinde Sietland. Der Elternbefragung sollen Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Gemeinden vorangehen. Diese Veranstaltungen sind von Kreisverwaltung und Landesschulbehörde auszurichten. Geeignete externe Referenten sind dabei mit einzubeziehen.

Entscheidend ist für die Sozialdemokraten das Interesse der Eltern an der Errichtung einer IGS. „In der Samtgemeinde Land Wursten hat sich eine von Eltern gebildete Initiative zur Einrichtung einer IGS in Dorum gegründet. Dorum erscheint zudem als Standort geeignet zu sein, da sich hier kein gymnasiales Schulangebot befindet und die Schüler einen erheblichen Anfahrtsweg zum nächsten Gymnasium bewältigen müssen“, sagt Henry Kowalewski, SPD-Kreistagsabgeordnete aus Land Wursten und Mitglied im Kreisschulausschuss. Bei der Auswahl des Befragungsgebietes orientiert sich die SPD an der näheren Umgebung des Standortes Dorum, da der Anfahrtsweg in diesen Gemeinden im zumutbaren Bereich liegt. Einige Bereiche aus Langen (Holßel, Neuenwalde und Krempel) gehörten bereits in den 1970er Jahren zum Schuleinzugsbezirk der Realschule Dorum. Wannaer Kinder besuchen bereits den Midlumer Kindergarten, und Nordholz zählt ebenfalls zum heutigen Einzugsbereich des Schulzentrums Dorum.

„Wir brauchen eine Ergänzung der Schullandschaft im Landkreis Cuxhaven“, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Claus Johannßen. Rückläufige Schülerzahlen und ein verändertes Verhalten der Eltern beim Übergang ihrer Kinder auf die weiterführenden Schulen seien hier die Hauptgründe. Vor allem das sinkende Interesse der Eltern an der Hauptschule sei bemerkenswert und zwinge zu Veränderungen, um die Schulstandorte in der Fläche zu halten und den Kindern alle Perspektiven der schulischen Entwicklung zu ermöglichen. Außerdem habe der Landkreis Cuxhaven bisher keine Gesamtschule. Deswegen verliere man jedes Jahr eine erhebliche Schülerzahl an Gesamtschulen in der Nachbarschaft, wie zum Beispiel an die KGS in Hambergen (Landkreis Osterholz) und an Bremerhaven. „Diesem Trend müssen wir uns entgegenstellen, auch zum Wohle unserer Kinder“, so Johannßen.
 

Verfügbare Downloads Format Größe
Antrag der SPD-Kreistagsfraktion vom 10. März 2010 PDF 49 KB
Befragungsbogen zur Ermittlung des Elterninteresses PDF 90 KB


 

2 Kommentare zu SPD stellt Antrag auf Befragung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Dorum und will dazu Sondersitzung des Kreistages im April


Carsten Zinn

1

am 25. März 2010 um 12:55 Uhr

Lieber Herr Johannßen, leider glaube ich nicht, dass es eine Sondersitzung zu diesem Thema im Kreistag geben wird! Zu groß sind die Widerstände im Kreistag. Auch ein Herr Bielefeld wird nicht gerade begeistert sein und Druck auf Sie und die SPD ausüben damit dieses Thema nicht behandelt wird und es keine Sondersitzung gibt. Ich bin gespannt ob Sie und die SPD sich durchsetzen. Herzliche Grüße


Ingmar Wethje

2

am 19. März 2010 um 11:44 Uhr

Liebe Eltern aus der Samtgemeinde Land Wursten, der Stadt Langen, der Gemeinde Nordholz und der Noch-Samtgemeinde Sietland!
Sicherlich ist auch an Ihnen das Thema einer eventuellen IGS in Dorum geläufig, ebenso werden Sie wissen, dass eine Befragung diesbezüglich durch Antragstellung im Kreistag stattfinden soll. Der Elternbefragung sollen Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Gemeinden vorangehen, wobei geeignete externe Referenten einbezogen werden sollen.
An einer solchen Infoveranstaltung nahm ich am 11.03.2010 in der Schule in Dorum teil und möchte eindringlich vor der Urteilsbildung auf alleiniger Basis einer solchen Infoveranstaltung warnen. Unter dem Begriff „Infoveranstaltung“ stelle ich mir eine kontroverse Vorstellung des Themas vor, es wurde jedoch mit einem starken politischen Beigeschmack lediglich propagandiert, Vorteile wurden aufgezählt; es handelte sich um eine „Selbstbeweihräucherung“ sonders gleichen. Negative Eigenschaften einer IGS wurden nicht angesprochen und gestellte Fragen, die auf einen Nachteil abzielen, wurde geschickt ausgewichen.
Sicherlich sind die Vorteile nicht von der Hand zu weisen, sicherlich werden die Anfahrtswege für Schüler mit gymnasialem Niveau nach Dorum kürzer, die bislang zum Kreisgymnasium Bremerhaven oder zu den Gymnasien nach Cuxhaven fahren mussten, und bestimmt werden vermeintlich „schwächere“ Schüler durch die Vermischung von Schülern aller Stärken (Hauptschul-, Realschul- und gymnasialem Niveau) besser beim Lernen gefördert.
Aber sind die derzeitigen Anfahrtswege für die Kinder nicht doch zumutbar? Und werden „bessere“ Schüler durch die Vermischung nicht auch „ausgebremst“?
Zudem würde es sich bei einer IGS um eine Ganztagsschule handeln, der Unterricht wäre täglich bis 15:40 Uhr, anschließend kommt noch der Heimweg. Da stelle ich mir die Frage: wann darf mein Kind dann noch „Kind“ sein? Würde die Freizeit nicht massiv darunter leiden?
Zudem kommt EINE Lehrkraft auf insgesamt 30 (!) Schüler innerhalb einer Klasse. Ein solches System kann meiner Meinung nach nur mit deutlich mehr Lehrkräften realisiert werden. Ein Vergleich mit dem Land Schweden, in dem dieses Schulsystem seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, hinkt eindeutig, es gibt viel mehr Lehrkräfte und es herrscht eine völlig andere Integrationspolitik.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass in den Bundesländern, in denen das höchste schulische Niveau herrscht, Gesamtschulen kein Thema sind und nach Einführung direkt wieder abgeschafft wurden.
Damit Sie mich nicht falsch verstehen, liebe Eltern, ich will mich mit diesem Leserbrief nicht gänzlich gegen eine IGS aussprechen. Ich möchte Sie lediglich eindringlich darum bitten, dass Sie das Thema IGS kontrovers betrachten und sich erst ein Urteil bilden bzw. an der Abstimmung teilnehmen, wenn Sie „beide Seiten der Medaille“ kennen. Es geht schließlich um die Bildung und somit auch um die Zukunft unserer Kinder!


 

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